Mein Wirtschaftspraktikum habe ich dank Erasmus+ in Le Mans/Frankreich machen dürfen. Für zwei Wochen durfte ich in die dortige regionale Tourismusbehörde schnuppern. Dieser Praktikumsplatz war also ideal, um die Stadt Le Mans, die Menschen und die umliegende Region kennenzulernen. Meinen Austauschpartner und seine Familie habe ich bereits im Februar 2025 im Rahmen eines Austausches, an dem ich mit meinem Französischkurs teilgenommen habe, kennengelernt, wo wir uns so gut verstanden haben, dass ich nun bei ihm und seiner Familie unterkommen durfte. Durch mein Praktikum in Frankreich konnte ich aber nicht nur meine Französischkenntnisse verbessern, ich durfte auch auf unvergleichliche Weise in eine neue Kultur eintauchen. Dabei erstrecken sich meine gemachten Erfahrungen vom Kulinarischen übers Architektonische bis hin zum Technischen. So durfte ich meine digitalen Kompetenzen z.B. für die Tourismusbehörde einsetzen und habe an Marketingstrategien für das Image der Region aktiv mitgearbeitet. Ich habe mit Moules-frites unter anderem Muscheln zum Abendessen gegessen, durfte in Le Mans selber die schöne Altstadt und die beeindruckende Kathedrale Saint-Julien, die einem seltenen, gotischen Substil folgt, erkunden, sowie die Pracht eines der Loire-Schlösser hautnah erleben. Darüber hinaus stellte sich meine Gastfamilie als leidenschaftliche Autoliebhaberin heraus, wodurch ich in abendlichen Gesprächen auf unvergleichliche Art und Weise die französische Automobilgeschichte kennenlernen durfte. Darüber hinaus bin ich natürlich auch persönlich an dieser Auslandserfahrung gewachsen, bin alleine in ein anderes Land gereist, musste in einer anderen Sprache alltägliche Herausforderungen, wie z.B. das Entfallen von Zügen lösen und bin durch das Verlassen meiner Komfortzone auch definitiv autonomer geworden. Insgesamt durfte ich also zwei wunderbare Wochen verbringen, die mir nochmal eine wichtige Erkenntnis verdeutlicht haben: Wir können uns so glücklich schätzen, ein Teil der EU zu sein, ohne die das Sammeln all dieser Erfahrungen erst recht in diesem jungen Alter unmöglich gewesen wäre.
Euer Maximilian Z. (Q1-Jahrgang)
Dreieinhalb Wochen in der polnischen Stadt Posen – das klingt nach einer langen Zeit, die tatsächlich jedoch wie im Flug verging.
Wir hatten die Gelegenheit, den Alltag an einem spezialisierten Musikgymnasium, einer in Polen weit verbreiteten Schulform, kennenzulernen. Dort durften wir am Unterricht und an den Proben des Sinfonieorchesters teilnehmen und bekamen Instrumentalunterricht. Neben den klassischen Unterrichtsfächern wie Mathematik, Polnisch oder Deutsch werden dort Fächer wie Musiktheorie und Gehörbildung gelehrt. Der Schwerpunkt an dieser Schule liegt auf der musikalischen Ausbildung der Schüler und so viel ist klar: Sobald das Thema Musik aufkam, wurden alle Mienen mit einem Mal ernst, ganz egal, mit wem man sich im Gespräch befand. Dazu muss man sich allerdings auch vor Augen führen, dass die Musik für die Schülerinnen und Schüler nicht bloß ein Hobby ist: Sie erhalten zwei bis drei Stunden Instrumentalunterricht in der Woche, müssen verpflichtend in einem Ensemble mitwirken und haben jedes Halbjahr Instrumentalprüfungen, die benotet werden.
Dieses hohe Niveau war neu für uns, wobei von uns natürlich weitaus weniger (im Prinzip nichts) gefordert und erwartet wurde. Aber auch so war das Erleben eines so musikalisch geprägten Alltags eine spannende und inspirierende Erfahrung.
Wie schon erwartet, stellte sich bei unserem Aufenthalt die Sprachbarriere als das größte Problem heraus: Obwohl wir uns größte Mühe gaben, verstanden wir von dem Polnisch, das um uns herum gesprochen wurde, nur Bruchteile. Dennoch nahmen uns sowohl unsere Gastfamilien als auch die polnischen Schüler herzlich auf; ein Lehrer hielt sogar alle Unterrichtstunden auf Englisch, um uns einzubeziehen. Außerdem hatte jeder von uns einen Austauschpartner oder eine Austauschpartnerin, der/die uns mitnahm und durch die Zeit begleitete. Ihre Gegenbesuche können wir kaum erwarten!
Auch die Stadt mit dem farbenfrohen Marktplatz und der belebten Altstadt gefiel uns sehr und wir wünschen uns immer wieder dorthin zurück.
Mit der Zeit bildete sich eine Routine und gerade als wir uns gänzlich in unser Umfeld eingefunden hatten, war es Zeit, die Koffer zu packen und uns zu verabschieden. Schade, aber alles in allem war dieser Austausch ein wertvolles Erlebnis.
Mit der Erasmus+-Förderung unserer Schule war die Organisation weder kompliziert noch teuer, wobei die Freundschaften, die wir dort geschlossen haben, sowieso unbezahlbar sind.
