Mit Erasmus+ haben sich bei uns an der Schule eindeutig viele neue Türen für Schülerinnen und Schüler eröffnet. Man liest in dieser Ausgabe beispielsweise von gemachten Erfahrungen in Frankreich, Finnland und in der Schweiz. Auch Maximilian Zirn (Q1) kam im letzten Jahr strahlend auf mich zu und erzählte von seinen Erfahrungen im Rahmen seines Wirtschaftspraktikums in Le Mans/Frankreich. Er wusste damals bereits, dass auch ich die Möglichkeiten durch Erasmus+ nutzen und Ende Januar ein Jobshadowing am Lycée Montesquieu machen werde. Mithilfe unserer französischen Kollegin Marie-Laure Drean, die beste Verbindungen zu unserer Französischfachschaft unterhält, durfte ich nämlich für eine ganze Woche in das französische Schulsystem eintauchen, bei den Kolleginnen und Kollegen der Schule hospitieren, Fragen stellen, mich beim gemeinsamen Mensaessen über die Herausforderungen an den französischen Schulen informieren, die Schulleitung kennenlernen und sogar selbst unterrichten. Es gibt nämlich ganz besondere Klassen, in denen die Gesellschaftswissenschaften auf Deutsch unterrichtet werden. Wenn man bedenkt, dass ich kein Französisch spreche, fiel mir diese Entscheidung anfangs nicht leicht: Wie fragt man nach dem Weg? Wie fährt man Bus oder Bahn? Was mache ich, wenn die Leute etwas freundlich und gaaaaaanz langsam erklären, ich aber nichts verstanden habe? Soll ich meinen eigenen Unterricht in Uetersen vertreten lassen (vielen Dank an mein Kollegium!)?
Ich bereue diese Entscheidung nicht und für mich hat sich herausgestellt, dass man, ganz nach Goethe, die beste Bildung ganz sicher auf Reisen findet. So stellt man als Lehrer u.a. fest, dass Kinder überall neugierig sind, wenn man mit ihnen spricht und sie ehrlich nach ihren Sorgen und Wünschen fragt. Dazu gehört aber ganz wesentlich eine gute Beziehung! Ich habe auch das kulturelle Leben vor Ort genießen dürfen, Wochenmärkte besucht, die Kathedralen in Angers und Le Mans besichtigt und habe nach ein paar wenigen Tagen sogar meine ersten Bestellungen selbst getätigt. Es wird hier ganz bestimmt nicht alles erwähnt werden können – die Erfahrungen muss man selbst machen! Ich danke auch hier an dieser Stelle v.a. meinen französischen Kolleginnen und Kollegen Marie-Laure und Laurent für die gemeinsame Zeit, in der wir nicht nur über Schule und Leistungsdruck gesprochen, sondern z.B. auch Rezepte ausgetauscht haben. Ich freue mich auf das Wiedersehen!
Euer Hauran Ciftci
