Auf den Spuren von Bach und Schumann

Kaum waren wir im Hostel angekommen, stand schon der erste Ausflug an. Unser erstes Ziel war das Bach Museum, das sich nahe der Thomaskirche in der Bach jahrzehntelang als Kantor gewirkt hat befindet. Wir konnten uns originale Handschriften und eine Orgel ansehen, auf der Bach vor Jahrhunderten gespielt hat. In der Führung haben wir viel über die teilweise schwierige Quellenarbeit erfahren, die Forscher und Mitarbeiter des Bach Archivs bewältigen. Am Sonntagmorgen kamen wir Bachs Wirkungsstätte und Begräbnisort noch einmal ganz nahe, denn wir besuchten den Gottesdienst in der Thomaskirche. Kaum vorstellbar, dass Johann Sebastian Bach damals vier verschiedene Chöre geleitet und jede Woche neue Kantaten komponiert hat, die am Sonntag im Gottesdienst präsentiert wurden. Als wir in der Kirche saßen, den Blick über die Gemeinde und die hohen Decken schweifen ließen und dem Gesang des Chores lauschten, bekamen wir dennoch eine Ahnung davon, wie es damals gewesen sein mag.

 

Leipzig war nicht nur zu Bachs Zeiten eine Musikmetropole, auch in der Romantik wimmelte es dort von Komponisten und Musikern. Dazu gehörten auch Robert und Clara Schumann, in deren Wohnung sich heute eine Ausstellung über das Leben der beiden befindet. Mit Zitaten aus ihrem Ehetagebuch wurden wir durch die Wohnung geführt. So stellte sich heraus, dass auch bei den Schumanns nicht immer Romantik und Harmonie herrschte, sondern auch Streit und Eifersucht. Vor allem Mendelssohn, dessen Haus wir später auch noch besichtigten, machte Robert Schumann große Sorgen. Wir hingegen waren im Schumann-Haus befreit von allen Sorgen, wir waren begeistert von der Klanginstallation, bei der man sich unter an die Decke gehängte Haushaltsgeräte stellen konnte und mit ihren Klängen Kompositionen von Schumann selbst zusammensetzen und besetzen konnte. Vor allem freuten wir uns über den Klang-Spielplatz, wo die Klettergerüste auf verschiedene Weise Klänge von sich gaben.

 

Bei Mendelssohn Bartholdy schließt sich der Kreis zu Bach, denn er war es, der damals den großen Komponisten wiederentdeckte und in Leipzig aufführte. Da passte es wie die Faust aufs Auge, dass wir im berühmten Leipziger Gewandhaus ein Bläserquintett hörten, das unter anderem Werke von Bach und Mendelssohn aufführte.

Neben all diesen musikalischen Highlights hatte Leipzig für uns noch viel mehr zu bieten. Man konnte die Ästheten aus Uetersen auch in Geschäften und Cafés, auf dem mdr-Turm, dem Drehort einer Fernsehsendung oder auch beim Völkerschlachtdenkmal antreffen. In Erinnerung bleiben werden uns wohl auch der Abend beim Mexikaner, wo wir alle einen Haufen Nachos und nichts anderes aßen, oder die Bar in der Barfußgasse, in der wir alle zusammen einen geselligen Abend verbrachten.

Unsere kurze Reise nach Leipzig wird noch lange in uns nachwirken. Wenn wir jetzt im Musikunterricht ein Werk von Schumann besprechen und analysieren, denken wir an seine Wohnung in Leipzig, seine Einträge im Ehetagebuch oder an die Klanginstallation zurück und können uns zweifellos sehr gut in seine Musik hinein fühlen, das gleiche gilt natürlich auch für Bach und Mendelssohn Bartholdy. Ein Großer Dank geht an Frau Helmert, Herrn Grimm und den Verein der

Freunde, die uns diese Fahrt ermöglicht haben!

Antonia B., Q2e