Was ich noch sagen wollte...

Nach 34,5 Jahren am LMG bin ich seit dem 1. August 2016 frei praktizierender Pensionär . Ein paar GeDANKEn, die mir mit Blick auf meine Zeit an der Schule gekommen sind:

 

Ich bin demütig dankbar, dass mir zum 1. Februar 1982 das LMG als beruflicher Wirkungsort zugewiesen wurde, auch wenn mir das aufgrund der damals durchaus verkrusteten Kollegiums- und Schulleitungsstrukturen anfangs nicht so klar war. Gerade jüngeren Kolleginnen und Kollegen wurde gerne immer wieder klargemacht, dass Veränderungen prinzipiell eher als Bedrohung denn als Eröffnung neuer Möglichkeiten gesehen wurden. Unter der Leitung von Herrn Lohmann, der sich auch mit diesen „Beharrungsbegabten“ auseinandersetzen musste, sich aber letztlich auch weitgehend durchzusetzen wusste, wurde ein Klimawandel eingeleitet, der ein gedeihliches Miteinander im Kollegium, aber auch im Verhältnis zu Schülern und Eltern erst ermöglichte. Diese positive, entspannte Atmosphäre habe ich bis zum Schluss als überaus angenehm empfunden.

 

Die Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte, boten und bieten ein breites Spektrum an Persönlichkeiten mit den dazugehörigen Qualitäten, manchmal sicherlich auch Marotten und Macken, wie sie Menschen nun einmal häufig eigen sind. Ich kann mich insgesamt aber, zumindest was die letzten 20 Jahre angeht, an viele, viele positive Erlebnisse mit diesem Kollegium erinnern. Danke dafür! Sollte doch einzelnen KollegInnen manchmal die heitere Stimmung, an deren Entstehen ich häufig ja auch beteiligt war, zu laut und störend gewesen sein, so bitte ich nachträglich für diese „Lebenslustausbrüche“ um Verzeihung, sie sind in meinem Fall tourettartig und von daher kaum kontrollierbar.

 

Ich habe den Schülerinnen und Schülern, die ich unterrichtet habe, dafür zu danken, dass sie trotz teilweise antiquierter Methodik etwas gelernt haben , dass sie mich eigentlich nie in eine Situation gebracht haben, die pädagogisch schwierig oder gar unlösbar gewesen wäre, und dass ich immer den Respekt erfahren habe, den ich für den Umgang miteinander für unverzichtbar halte. Ich wünsche mir, dass das auch weiterhin am LMG so bleibt, denn dieses positive soziale Mikroklima macht einen Teil des guten Rufes aus, den das LMG zurecht in der Öffentlichkeit genießt.

 

Ein letzter Dank geht an die Eltern, die ihre Kinder dem LMG anvertraut haben und mit denen ich in vielen Gesprächen nicht immer, aber Gott sei Dank recht oft Lösungen bei Schwierigkeiten gefunden habe. Ich möchte die jetzige und zukünftige Elternschaft am LMG ermuntern, diese Zusammenarbeit zu suchen und die LehrerInnen auch als ExpertInnen für schulische Belange stärker wahrzunehmen, anzuerkennen und ihren Empfehlungen zu vertrauen.

 

Was bleibt von dieser langen Zeit? Nun, es bleiben viele positive Erinnerungen an Klassen- und Studienfahrten, Austauschprogramme mit französischen und frankophonen schweizerischen Schülerinnen und Schülern, Gedenkstättenfahrten nach Theresienstadt, Auschwitz, Ravensbrück u.a., an anregende Gespräche und Lachanfälle produzierende Blödeleien (s.o.), an positive Entwicklungen von SchülerInnen, die sich aus Krisensituationen befreit haben, an eine tolle Zusammenarbeit innerhalb der Schulleitung und mit den Sekretärinnen und Hausmeistern, an die vielen ausgezeichneten Darbietungen im Rahmen von Theater- und Musikabenden. Die negativen Erinnerungen sind derzeit leider nicht verfügbar…

 

Ich wünsche dem LMG für die Zukunft, dass es allen Beteiligten und Verantwortlichen gelingen möge, eigene Ansprüche auch aus der Perspektive des jeweiligen (Gesprächs-, Verhandlungs-) Partners zu betrachten und zu prüfen und den Blick für das Gesamte nicht zu verlieren. Wenn dieses Austarieren gelingt, mache ich mir um diese Schule keine Sorgen.

 

 

B. Suck