VIVE L´ÉCHANGE

Zwei Monate in Genf- zwei Monate, in denen ich viele neue Erfahrungen sammeln durfte, wunderbare Menschen kennenlernte, die Schweiz erkundete und nebenbei noch Französisch lernte.

Gleich am ersten Abend war ich mittendrin im Schweizer Leben, meine Gastfamilie hatte Freunde zu Besuch und schnell merkte ich, das Genf wirklich eine internationale Stadt ist. Im Laufe der zwei Monate habe ich Menschen aus den verschiedensten Ecken der Welt kennengelernt - die UNO macht sich hier doch bemerkbar. In Genf sprechen viele Menschen deutsch, die deutsche Sprache ist wichtig in der Schweiz und so wollten auch viele Leute die ich getroffen habe deutsch mit mir sprechen, doch meine Gastmutter war in dieser Hinsicht sehr streng und ich musste mich auf Französisch unterhalten. Das fand ich auch gut so, schließlich wollte ich Französisch lernen und sprechen und nicht Deutsch.

Meine Gastfamilie habe ich während der zwei Monate sehr ins Herz geschlossen, und zwar alle ihre Mitglieder, auch die vier Katzen, den Hund und die Hühner. Ich wohnte in Carouge, einer Stadt, die direkt an Genf angrenzt, wo sehr schöne alte Gebäude stehen, die den Charme eines Dorfes besitzt, da jeder jeden kennt und trotzdem sehr zentral liegt. Man konnte alles gemütlich mit der Straßenbahn erreichen - ganz anders als hier, wo ich mich jeden Tag auf mein Fahrrad schwinge.

Fast jedes Wochenende haben wir zusammen einen Ausflug unternommen. So habe ich nicht nur Genf erkunden können, sondern besichtigte auch das Chateau de Chillon mit dem herrlichen Ausblick über den Lac Léman, Montreux, die Hauptstadt Bern, Annecy in Frankreich und wir fuhren sogar nach Turin und Aosta in Italien. Am schönsten waren die Skiferien in Evolène, einem kleinen ursprünglichen Dorf im Kanton Wallis. In dem Chalet meiner Gastfamilie haben wir eine tolle Woche verbracht, in der ich meine Skikenntnisse auffrischen konnte und trotz einiger kleiner Unfälle sehr viel Spaß hatte.

Doch nicht nur die großen Ausflüge waren schön, ich fand es auch sehr spannend, den Alltag meiner Gastschwester Marlène mitzuerleben. Die Schule hat mich vor allem im Hinblick auf meine Französischkenntnisse weitergebracht, es erforderte viel Konzentration, den französisch sprechenden Lehrern zuzuhören, doch mit der Zeit klappte das immer besser. Anfangs war ich in der Schule noch sehr unsicher, in den meisten Klassen kannte ich niemanden und ich war zu schüchtern jemanden auf Französisch anzusprechen. Die erste Zeit in der Schule war etwas einsam, doch nach einer Weile hat sich auch das in den meisten Klassen geändert. Über jeden Schüler, der mir geduldig geholfen hat den Unterricht zu verstehen, offen und interessiert war oder der mir einfach nur nett zugelächelt hat, habe ich mich gefreut. Aber viel schöner als die Schule waren die gemeinsamen Abende mit Freunden, die nuit blanche, die Tänze auf der Schlittschuhbahn, die Wasserballspiele von meinem Gastbruder, die Besuche bei der Grand-mère, Spieleabende, DVD-Abende, die Museumsbesuche mit meinem Gastvater, Raclette essen, Kakao trinken am Genfer See, der Ski- ausflug mit der Schule, die Crêpe-Party, die gemütlichen Nachmittage mit der guten Schweizer Schokolade und meiner Lieblingskatze Molly... Wie gerne wäre ich noch ein bisschen länger geblieben! Marlène und ich haben fest vor uns bald wiederzusehen - schließlich sind wir nach vier gemeinsamen Monaten soeurs pour toujours. Der Austausch war eine wunderbare Erfahrung, die ich jedem weiterempfehlen würde. VIVE L'ÉCHANGE!

 

Antonia B., E2e