Wände widmen

Die Stimmung im Kunstraum wird doch etwas melancholisch, als Frau Langhoff das letzte Schulhalbjahr anspricht. Nur noch wenige Wochen, dann war es das mit Schule. Und damit auch mit mehreren Stunden wöchentlich im Kunstraum, umgeben von Farben, Pinseln und Kreativität. Wie bringt man diesen Lebensabschnitt als Kunstprofil würdig zu Ende?

 

In dem Moment, in dem Frau Langhoff es anspricht, sind wir sofort Feuer und Flamme. Zwei Wände in der Schule sollen neu gestaltet werden. Und wir, die beiden Kunstprofile des Abschlussjahrgangs, haben die Ehre, das zu übernehmen! Bald finden wir uns in einer Gruppe von sechs Leuten wieder, die zusammen die Wand in der Cafeteria bemalen sollen. Es folgen eine Menge Ideensammlungen, Photoshopskills und Diskussionen. Schließlich haben wir uns auf ein Motiv geeinigt. Als Vorort Hamburgs, wollen wir dieser Großstadt unsere Wand widmen. Am Ende sollen der Michel, Teile der Speicherstadt, der Hafen und die Elbphilharmonie einen Querschnitt durch Hamburg zeigen. Für kleine Details und eine Blickführung ins Bild hinein sorgen ein Löwenzahn, ein Fuchs und eine Möwe.

 

Soweit der Plan. Jetzt musste das Ganze nur noch an die Wand. Es wird ein kleines Ritual, das Malen in der Cafeteria unter der strengen, aber vor allem neugierigen Beobachtung der Cafeteriamütter und -väter. Seine letzten Kunststunden damit zu verbringen, etwas für die SchülerInnen nach uns zu hinterlassen, ist ein sehr schönes Gefühl, das aber auch mit einer großen Verantwortung einhergeht. Es gibt Teilabschnitte der Wand, an denen man jetzt bestimmt mehr als drei verschiedene Farbschichten findet.

 

Dass das ein besonders wichtiges und großes Projekt sein würde, wurde spätestens dadurch deutlich, dass Teile der Gruppe fast ihre gesamten Osterferien in der Cafeteria verbracht haben. Aber schließlich musste die Wand am ersten Schultag fertig sein. Und das haben wir auch geschafft! Und als wir unsere Wand schließlich unseren MitschülerInnenn und Frau Langhoffs WPK präsentierten, waren wir alle ziemlich stolz. Die Stunden voller Farbkleckse, Handkrämpfen und dem ein oder anderem Verzweiflungsanfall haben sich schlussendlich doch gelohnt.

 

Wir danken dem Cafeteriateam fürs Ertragen unserer Musik, Herrn Stroh für die schokoladige Überraschung in den Ferien und natürlich Frau Langhoff und Frau Lindenberg  für diese geniale Möglichkeit etwas Bleibendes zu hinterlassen, die hilfreiche Unterstützung und die nötige Motivation zwischendurch.

 

Marieke T., Q2.i