Überwältigende Eindrücke

Natürlich wollte ich gern wieder ins Ausland und diesmal einen Einblick in ökologisch-wirtschaftliche Bereiche bekommen. Mein Vater erinnerte sich an einen ehemaligen LMG Schulkameraden, Pay Drechsel, der in Heist wohnte und mit ihm 1980 das Abitur machte. Pay studierte dann Geoökologie in Bayreuth, und lebte und arbeitete danach in verschiedenen Entwicklungsländern, wie Thailand, Somalia, Ghana und Rwanda, und ist heute am International Water Management Institute (www.iwmi.org) in Sri Lanka angestellt. IWMI ist ein internationales Agrarforschungszentrum, das sich um landwirtschaftliches Wasser-Management kümmert, also zum Beispiel Bewässerung, aber auch um die nachhaltige Wassernutzung im allgemeinen, wozu auch die Wasserqualität gehört. Und um die ist es sehr schlimm bestellt in Entwicklungsländern, da staatliche Gelder für Kläranlagen und Müllentsorgung zu knapp sind, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten. Maßnahmen, die Wasserverschmutzung verhindern können, sind deshalb sehr gefragt. Pay und seine Kollegen arbeiten deswegen an Möglichkeiten den Abwasser- und Abfallsektor für private Unternehmen interessant zu machen. Dabei stehen die Wiederverwertung von Rohstoffen in organischen Abfällen, Abwasser und Fäkalschlamm in der Landwirtschaft im Fokus. Durch die erarbeiteten Forschungsergebnisse unterstützt IWMI auch verschiedene NGOs, die UN und Regierungen, vor allem von Entwicklungsländern, dabei, die Welt nachhaltiger zu gestalten.

Meine Arbeit beschränkt sich auf fünf Abfall-Kompostanlagen, die im Osten Sri Lankas durch EU-Unterstützung und UNOPS (UN Office for Project Services) erbaut worden sind und nun den örtlichen Zuständigkeiten übergeben wurden. Der IWMI wurde darum gebeten, Marketing Strategien zu entwickeln, um diesen Anlagen beim Verkauf des organischen Komposts zu helfen. Dabei arbeite ich nun für drei Monate mit. Ich bin begeistert von diesem Projekt, da es wirtschaftliche Aspekte mit ökologischer Nachhaltigkeit verbindet. Schon in meinen ersten drei Wochen konnte ich die Anlagen besuchen und viel über die Kompostherstellung erfahren.

 

Nun zum Land Sri Lanka: Es ist ganz anders als Südafrika oder was ich bisher von der Welt gesehen habe. Die Landschaft ist wundervoll, es gibt viel Dschungel und Nationalparks mit Elefanten und Leoparden, und eine reiche kulturelle Vergangenheit. Noch hatte ich aber keine Zeit, die Parks zu besuchen. Die Großstadt Colombo ist überwältigend. Überall fahren TukTuks entlang, günstige, dreirädrige Taxis. Viele Menschen sind unterwegs und es gibt an jeder Ecke kleine Läden mit Reis und Dahl (Linsen), das Hauptgericht Sri Lankas. Das Essen ist lecker, nur leider sehr scharf. Daran muss ich mich noch genauso gewöhnen, wie an die Hitze. Denn 30° Celsius mit 80% Luftfeuchtigkeit ist eine starke Veränderung zur norddeutschen Luft. Zum Glück ist das Büro klimatisiert. Die Menschen sind unheimlich freundlich, sprechen aber nicht alle Englisch. Da ich weder Singhale noch Tamil spreche, wird zum Teil mit Händen und Füßen kommuniziert, was letztendlich immer irgendwie funktioniert.

 

Wenn ihr mehr wissen möchtet über Südafrika, Sri Lanka, ein Auslandsstudium in Italien oder Tsala ya Africa, schreibt mir gerne unter pia@rosteck.eu. Auch bei IWMI gibt es viele Praktikanten aus der ganzen Welt, aber die meisten sind Studenten, nicht Schüler.

 

P. Rosteck