"Ehrenbürger"

Im Jahr 1934 feierte die Stadt Uetersen ihr 700. Jubiläum. Anlässlich dieser Feierlichkeiten wurde Adolf Hitler in Abwesenheit, wie auch in vielen anderen Städten und Gemeinden deutschlandweit, die Ehrenbürgerwürde verliehen. Während nach Ende des Krieges zahlreiche Aberkennungen stattfanden, wurde anderswo auf die bis heute spannungsgeladene Begründung vertraut, eine Ehrenbürgerschaft erlösche mit dem Tod. Der brisanten Frage über den Status in der Rosenstadt gingen neun motivierte SchülerInnen des Ludwig-Meyn-Gymnasiums auf den Grund. Die Recherchen, deren Ergebnisse in einem Dokumentarfilm festgehalten wurden, erstreckten sich über mehr als eineinhalb Jahre. Eineinhalb Jahre wurden vielversprechende Spuren verfolgt, Presseartikel der betroffenen Zeit ausgegraben und Wissenschaftler befragt, die von der lokalen Ebene bis zum Land- und Bundestag führten. Die Bürgermeisterin Uetersens beruft sich bei der Ehrenbürgerfrage auf einen Wikipedia-Artikel, dessen Autor jedoch keine rechtmäßigen Belege vorweisen kann. Der Bürgervorsteher spricht von verschollenen Büchern, in denen die Aberkennung erwähnt sei und der wissenschaftliche Dienst des Bundestages beschreibt ein Erlischen der Ehrenbürgerschaft sowohl durch den Tod Adolf Hitlers als auch durch einen provisorischen Stadtrat in der Nachkriegszeit Uetersens, für dessen Handeln allerdings keine Belege angeführt werden konnten. „Immer wieder sind wir auf sich widersprechende Aussagen gestoßen, die sich zu einer kaum überschaubaren Sachlage entwickelten“, berichtet einer der SchülerInnen. „Heute jedoch ist der Tag, an dem wir nach langwieriger Arbeit stolz die Vollendung des filmischen Beitrags zur Ehrenbürgerfrage Adolf Hitlers in Uetersen verkünden können.“ Der 8-minütige Film ist kostenlos abrufbar unter https://www.youtube.com/watch?v=ChvrohoOj5I .

 

Alexander B., (Q2.f)