Flucht in die soziale Hängematte?

Das Thema Flüchtlinge bestimmte im Jahr 2015 die ganze Nation. Das wird vermutlich auch in den kommenden Jahren so bleiben. Mit jedem Vertriebenen mehr, der in Deutschland Zuflucht und Sicherheit für sich und seine Familie sucht, wird die Thematik auch für den Einzelnen aktueller und persönlicher. Während einige Organisationen, wie beispielsweise PEGIDA, diese Situation ausnutzen und für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, indem sie Hassparolen und Lügen verbreiten, wird es immer wichtiger, dem etwas entgegenzusetzen. Zwar glaubt wohl kaum jemand, dass „die Flüchtlinge uns die Arbeitsplätze/Frauen/das Geld wegnehmen“, dennoch kann man solche Ausrufe nicht unkommentiert hinnehmen. Es gibt nämlich unzählige Beispiele für gelungene Integration, so auch viele rund um das Ludwig-Meyn-Gymnasium.

All das war der Anlass für die neue Reportage der AG "Dokumentarfilm", in der sechs SchülerInnen mit Unterstützung von Herrn Sönke Zankel drei Erfolgsgeschichten von Immigranten in Deutschland filmisch dargestellt haben. Unter der Leitfrage „Flucht in die soziale Hängematte?“, die auch als Filmtitel ausgewählt wurde, haben die SchülerInnen mit Migranten aus Syrien, Eritrea und der Türkei Interviews geführt und ihre heutige Perspektive in Deutschland wie auch die Erinnerungen an die Heimat beleuchtet.

Einer der Interviewpartner ist unser geschätzter Lehrer Hauran Ciftci: Der Deutsch- und WiPo-Lehrer flüchtete in jungem Alter zusammen mit seiner Familie aus der Türkei, wo diese als Kurden verfolgt wurden. Mittlerweile fühlt er sich in Deutschland sehr wohl, hat studiert und sich hier ein neues Zuhause aufgebaut. Auch seine Familie ist seit einiger Zeit um ein Mitglied reicher: Für seine kleine Tochter wünscht sich Herr Ciftci, dass diese gehütet in ihrer Heimat Deutschland aufwachsen kann.

Ein anderes Beispiel für gelungene Integration, die aber noch stattfindet, ist die Geschichte des jungen Hasan Sari aus Syrien, der erst seit einem guten Jahr hier lebt. Zum Zeitpunkt des ersten Interviews, das er nach rund vier Monaten in Deutschland gab, konnte er bereits bemerkenswert gut Deutsch sprechen. So traurig die Geschichte seiner vom Bürgerkrieg befallenen Heimat auch ist, so beeindruckend ist die Motivation, mit der Hasan seinen neuen Lebensweg in Deutschland geht.

Für die AG war die Produktion des Filmes eine große Freude und eine Erweiterung des Horizontes. Die Dokumentation erscheint am Freitag, den 18. Dezember 2015, auf dem Youtube-Kanal von Uetersen TV und Meynungsfreiheit TV.

 

Felix S., (Q2.h)