Berlin Tag und Nacht

Am 2. November 2015 starteten wir, der doppelte Abiturjahrgang, in Richtung Berlin. In den vorherigen Wochen konnten wir uns zwischen gefühlt tausenden Veranstaltungen entscheiden und wussten nicht, was uns da erwarten sollte.

Neben dem Besuch im deutschen Bundestag, der für alle SchülerInnen auf dem Programm stand, reichte die Auswahl von der gemütlichen Spreefahrt bis zu einer abenteuerlichen Kieztour.

Dort, wo über Deutschland entschieden wird, bekamen wir die Möglichkeit, uns eine Bundestagsdebatte über die Konsequenzen des VW-Skandals anzuhören, die leider nur von sehr wenigen Volksvertretern besucht wurde und tendenziell eher in einem persönlichen Streitgespräch endete. Vorher widmete sich uns Ernst-Dieter Rossmann und machte uns mit seiner Arbeit als Bundestagsabgeordneter des Kreises Pinneberg vertraut.

Außerdem besuchten einige von uns das Bundeskanzleramt. Unter ständiger Begleitung durch Bundespolizisten wurden wir entlang der Kanzlergalerie und der offiziellen Pressewand, die man sonst nur vor Staatsbesuchen kennt, durch den Besucherbereich geführt.

Krönender Abschluss war die spektakuläre Abfahrt unserer Bundeskanzlerin in ihrer schwarzen Limousine, die mit einer grünen Welle im Regierungsviertel davon sauste.

Ein absolutes Überraschungshighlight war die Kieztour mit Herrn Friedrich. Ursprünglich war geplant, gemütlich zu Berlins größter Partymeile zu schlendern. Die hatte leider zu. Auf unserem Weg schauten wir in einem besetzten Haus mit privater Kneipe vorbei und tranken dort, nachdem wir erstmal mit wüsten Drohungen vom Hof gejagt wurden, Limonade. Die Wände zierten Aufkleber und Zettel mit linksradikalen Parolen und unter anderem die Anleitung, wie man seinen Freunden im Gefängnis Briefe schreibt. Das war auf jeden Fall ein Erlebnis, das man wahrscheinlich immer mit der Berlinfahrt verbinden wird. Nächste Station war das Geschäft „Revolutionsbedarf“. Hier findet man eine einzigartige kunterbunte Zusammenstellung an Büchern, Kleidung, Aufklebern und weiteren Dingen, die man auf Demonstrationen und jeglichen Protestaktionen gebrauchen kann. Der Ladenbesitzer sang uns mit einer glockenklaren Kopfstimme seine Lebensgeschichte vor.

Und das waren nur drei von all den unzähligen Angeboten, die uns geboten wurden. Unsere Jugendherberge wurde beinahe vollständig von unserem Jahrgang bewohnt und zu erwähnen ist dabei auch, dass das Essen deutlich besser war, als man es aus typischen Herbergen kennt. Darüber hinaus hatten wir ausreichend Freizeit, um auch privat Ausflüge zu machen, z.B. in den Zoo oder ins Matrix.

Zur allgemeinen Begeisterung endete die Fahrt bereits am Donnerstag, sodass wir am Freitag noch in die Schule „durften“. Wir danken Herrn Schmidt für die Vorbereitung und Durchführung dieser Fahrt sowie Frau Antal, Herrn Ciftci, Frau Czieslik, Herrn Friedrich, Herrn Kosterke, Herrn Knudsen, Herrn Manthey, Frau Langhoff, Frau Lindenberg, Frau Scheele und Frau Reich für die Organisation der vielen unterschiedlichen Programmpunkte.

 

Katharina E., Tim T. (Q2.h)